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ROTAUF Blog

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"Die realen Kosten finden oft keinen Weg zum Konsumenten."

Interview mit Marion Röttges - Co-CEO Apparel & Communication, Remei AG

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ROTAUF hat Remei als Partner gewählt, weil beide Unternehmen die gleichen Werte vertreten und sich für einen Systemwandel einsetzen. Welche Mission verfolgt Remei?

Wir arbeiten im Bereich der Biobaumwolltextilien in einer vollständigen textilen Kette, Fibre to Fashion. Unsere Mission ist das innovative Wirtschaften mit so genanntem "All-Holder-Value". Das bedeutet, dass für uns der Respekt vor der Würde des Menschen und die Achtsamkeit im Umgang mit der Natur gleichberechtigt neben wirtschaftlichen Überlegungen stehen. Um das zu erreichen, integrieren wir den biologischen Anbau und den fairen Handel von Biobaumwolle in die Produktionskette. Systemwandel kann nur entstehen, wenn alle Akteure in der textilen Kette an einem gemeinsamen Erfolg partizipieren, daran arbeiten wir.

Kannst du uns etwas über den Anbau der Remei Biobaumwolle erzählen?

Remei hat zwei Tochterunternehmen, bioRe India Ltd. und bioRe Tansania Ltd. - sie sind der Ausgangspunkt für unsere vollständig transparente Produktionskette. Die beiden Unternehmen sind Pionier-Betriebe im Bereich des Biobaumwollanbaus und arbeiten heute mit ca. 5.000 Kleinbauern direkt zusammen. Mit dieser vertrauensvollen Rohstoffquelle und der Abnahmegarantie, die wir den Biobaumwollbauern geben, kann Remei für seine Handelspartner langfristig die Verfügbarkeit von bioRe Biobaumwolle aus fairen Handelsbeziehungen sicherstellen. Wir kaufen ungefähr 6'000 Tonnen Biobaumwolle im Jahr von den Bauern auf und zahlen ihnen eine Prämie dafür.

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Was geschieht danach?

Von Rotkreuz aus entwickeln und steuern wir die vollständige Lieferkette von der Faser bis zum Fertigtextil über Tansania, Indien und Europa mit unseren Tochterunternehmen und langjährigen Produktionspartnern. Wir entwickeln mit unseren langjährigen Handelspartnern ganze Textilsortimente aus Biobaumwolle und liefern knapp 1 Million Fertigtextilien pro Jahr. Jedes diese Kleidungsstücke ist anhand eines QR-Codes digital bis zum Ursprung rückverfolgbar. Und wir liefern Garne aus unserer Biobaumwolle an Partner, die diese in ihren eigenen Lieferketten weiterverarbeiten, so wie ROTAUF in der Schweiz.  

Welche Rolle spielt die Schweiz und speziell auch das Schweizer Handwerk für eure Arbeit?

Unser "Handwerk" - welches wir über Jahrzehnte gelernt haben - besteht hauptsächlich aus Kopfarbeit 😉 Gemeinsam mit unseren Handelspartnern arbeiten wir an nachhaltigen und systematischen Lösungen für Biobaumwolltextilien. Für Remei bedeutet das, eine grosse Verantwortung zu tragen für die Förderung von Biobaumwolle, für den fair gehandelten Rohstoff und für ein globales Produktionsnetzwerk. Unser kleines, agiles Team in der Schweiz ist mutig und mit einer grossen Leidenschaft dabei. 

Remei gibt es bereits seit 1983. Wo seht ihr die Aufgabe von ROTAUF in der Schweizer Textilindustrie?

ROTAUF zeigt auf, dass Textilproduktion in der Schweiz auch heute noch möglich sein kann und ihr sensibilisiert mit euren Produkten für die Herausforderungen, die heute in den globalen Systemen bestehen.

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ROTAUF stellt radikal nachhaltige Produkte her. Wie ist dein Bezug zu Nachhaltigkeit? Als Privatperson und als Remei-Chefin?

Ich arbeite seit 17 Jahren bei Remei. Biobaumwolle und eine nachhaltige Textilproduktion sind unsere DNA. Mein persönlicher Bezug und meine Überzeugung, den Systemwandel in dieser Branche mitzugestalten, sind also sehr stark. Davor habe ich bereits einige Jahre in der konventionellen Textilproduktion und in der globalen Beschaffung gearbeitet. Mir fiel als junge Ingenieurin schon auf, dass ich persönlich nicht in Produktionsbedingungen arbeiten wollte, wie ich sie in einigen Produktionsstätten antraf. Das warf bei mir schon sehr früh Fragen auf, und hat mich bestärkt, nach Antworten und Wegen zu suchen, wie ein anderes Wirtschaften funktionieren kann.  

Und noch zum Abschluss: Wieviel muss ein T-Shirt kosten?

Eine saubere und faire Rohstoff- und Textilproduktion kostet Geld. Die realen Kosten finden oft keinen Weg zum Konsumenten. Deshalb lohnt es sich, selbst darüber nachzudenken, wieviel Wert hat ein fair und nachhaltig produziertes T-Shirt für mich?

...und falls es «weniger» kostet, wer bezahlt den Rest?

Mensch und Planet. Also langfristig, wir alle.  

Nochmals vielen Dank für deine Zeit!

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Marion Röttges

Marion hat seit dem Studium der Textiltechnik langjährige Erfahrung im Bereich der Textilproduktion, globalen Beschaffung und Biobaumwollproduktion gesamelt. Seit 2004 arbeitete sie für Remei im Bereich Lieferkettenaufbau und Qualitäts-entwicklung. 

Seit 2018 ist Marion Co-CEO Apparel & Communication der Remei AG. 

Sie lebt mit ihrer Familie in Luzern.   

Entdecke unsere Bio-Baumwolle Produkte:

 

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