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ROTAUF Blog

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"Gute Outdoorprodukte sollten der Natur keinen Schaden zufügen."

Interview mit Oliver Gross - Stv. Geschäftsführer ROTAUF

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ROTAUF stellt seine Kleider ausschliesslich in der Schweiz her. Was ist daran so anspruchsvoll?

Am anspruchsvollsten war und ist der  Aufbau von Know-How. In der Schweiz werden seit Jahrzehnten keine Outdoortextilien mehr produziert. Die Schweizer Textilindustrie ist in den letzten Jahren extrem geschrumpft. Die Corona-Krise hat den Druck noch zusätzlich erhöht. Wir wissen bei vielen Produzenten nicht, ob es sie morgen noch gibt. Gutes Beispiel ist Alumo: letzten Frühling haben wir mit dieser Weberei in Appenzell eine Stoffentwicklung begonnen und die ersten 4000 Meter produzieren lassen. Im Oktober 2020 wurde dann bekannt gegeben, dass Alumo den Betrieb in der Schweiz schliesst und 25 Menschen entlässt. Das hat mich extrem getroffen - für die Menschen die ihren Job verlieren und kaum einen Neuen finden werden aber auch für unser halbes Jahr investierte Entwicklungsarbeit. 

Du bist der dienstälteste ROTAUF-Mitarbeiter. Kannst du ROTAUF kurz vorstellen?

Bei ROTAUF steht das Wie im Zentrum, nicht das Was. Wir wollen Produkte produzieren ohne dass Menschen und Natur schaden nehmen. Dabei betreten wir oft Neuland, testen Grenzen aus und müssen dazu stehen, dass nicht immer alles so klappt wie wir es uns vorstellen;). Zum Beispiel das Entwickeln der weltweit ersten Jacke mit der ETH-Membran Dimpora hat 6 Monate länger gedauert als wir erwartet haben.

Du bist auch die wildeste Bergziege im ROTAUF-Team. Auf was ist der der Entwicklung von guten Outdoor-Produkten besonders zu achten?

Outdoorprodukte sollen langlebig,  funktional, gut geschnitten und vieles mehr sein. Aber für mich eigentlich am wichtigsten ist, dass gute Outdoorprodukte der Natur keinen Schaden zufügen. Denn schliesslich will ich diese Natur ja geniessen mit meinen Kleidern. 

ROTAUF stellt radikal nachhaltige Produkte her. Welchen Einfluss hat das auf die Produktentwicklung?

Produktentwicklung beginnt bei ROTAUF meist schon viel früher als bei anderen Marken. Die meisten Marken entwickeln ein Produkt auf der Basis von fertigen Stoffen, welche sie bei grossen Stoffherstellern einkaufen. Bei uns läuft das anders - um möglichst viel Wertschöpfung in der Schweiz zu halten und unsere strengen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen zu können, entwickeln wir oft mit unseren Partnern Stoffe. Viele Materialien und Substanzen kommen für uns dabei nicht in Frage. Und dann müssen wir natürlich auch berücksichtigen, was in der Schweiz überhaupt noch hergestellt werden kann. 

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Gibt es da Zielkonflikte?

Definitv. Der grösste Zielkonflikt ist, dass sich die Kunden gewöhnt sind, dass Outdoorbekleidung immer die beste Leistung bei kleinstem Gewicht bietet. Dass dies meist nur möglich ist dank massivem Einsatz von gefährlichen Chemikalien und Materialien wird natürlich nicht thematisiert. Wir wollen auf diese gefährlichen Substanzen verzichten, dafür nehmen wir zum Teil Abstriche bei der Leistung in Kauf. Unsere Merinowolle ist zum Beispiel nur bei 30° statt bei 40°C waschbar, usw. 

Wie ist dein Bezug zu Nachhaltigkeit? Als Privatperson und als Mitarbeiter von ROTAUF?

Nachhaltigkeit hat mich schon immer interessiert. In der Primarschule habe ich vor fast 20 Jahren einen Artikel über den Klimawandel in der Schülerzeitung geschrieben. Für mich war schon damals klar, dass ich mich beruflich wie auch privat der Förderung von Nachhaltigkeit widmen möchte. Ich besitze kein Auto, fliege nicht und versuche meinen Fussabdruck auf ein Minimum zu reduzieren.

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Wo siehst du die Aufgabe von ROTAUF in der Schweizer Textilindustrie?

Ich sehe uns als eine Art Sprachrohr. Wir alle tragen täglich Kleider, aber wenigen Leuten ist bewusst, wie und wo diese hergestellt werden und wie es um die Schweizer Textilindustrie steht. Natürlich wollen wir auch unser Auftragsvolumen vergrössern, damit die letzten Webereien, Strickereien und Näherein in der Schweiz über die Runden kommen;).  

Und noch zum Abschluss: Wieviel muss ein T-Shirt kosten?

79 CHF;). Dann ist genügend Geld da für wirklich faire Bio-Baumwolle von Remei, für eine Verarbeitung komplett in der Schweiz mit Schweizer Löhnen durch die Aldo Nägeli AG, Johann Müller AG, Schuler Manufakturen und Werk5. 

...und falls es weniger kostet, wer bezahlt den Rest?

Die Natur, der Baumwoll-Bauer in Indien oder das Kind in der Spinnerei in Bangladesch oder China vielleicht?

Vielen Dank!

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Oliver Gross

 

Oliver ist 1992 im Thurgau geboren. Er hat sich früh für die Fische im Bach, die Frösche im Teich und die Vögel am Himmel interessiert. Nach einem Zivildiensteinsatz auf einem Demeter-Hof hat er Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich studiert. Als Bachelorarbeit hat Oliver die Detox-Strategie für ROTAUF erarbeitet und die entsprechenden Verhandlungen mit Greenpeace geführt. So ist er vor 6 Jahren bei ROTAUF gelandet. Im Moment absolviert Oliver neben seiner Tätigkeit bei ROTAUF ein Masterstudium in Management und Economics ebenfalls an der ETH Zürich.  

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