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PFAS in den schweizer Alpen

Wir haben Gipfel, Gletscher und Skigebiete getestet. Alle verschmutzt.

Matterhorn, Jungfraujoch, Morteratschgletscher, Arosa oder Flumserberg: Wir haben acht der eindrücklichsten Schweizer Berglandschaften untersucht – und überall PFAS gefunden.

Die giftigen Chemikalien werden von der Outdoorindustrie eingesetzt, weil sie billig sind. Von der Kleidung gelangen sie dann in die Natur, ins Wasser – und schliesslich in Mensch und Tier.

Das Problem: PFAS bauen sich praktisch nie mehr ab und können über Generationen hinweg schwere Schäden anrichten.

PFAS SOGAR AUF DEM MATTERHORN

Dr. Basilius Thalmann von der ZHAW ist Experte im Bereich PFAS Bodenproben und ordnet die Funde wie folgt ein. «Dass PFAS auch in solchen Höhen und in teilweise eher abgelegenen Gebieten gefunden wird, ist für mich neu und besorgniserregend.»

Zwei Resultate fielen ihm besonders auf: «Die Konzentration der Probe auf dem Matterhorn liegt 15-mal höher als in den übrigen untersuchten Wasserproben. Auch der Test aus Arosa erscheint mir im Vergleich zu Skigebieten aus Österreich hoch. Ein absoluter Vergleich ist allerdings schwierig – hier braucht es mehr Forschung.»


PFAS SIND NUR DIE SPITZE DES EISBERGS

Die Textilindustrie macht Fortschritte – PFAS werden Schritt für Schritt verbannt. Doch das ist erst der Anfang. Noch immer kommen in der Produktion zahlreiche problematische Chemikalien zum Einsatz.

Bei ROTAUF gehen wir bewusst einen Schritt weiter:
Wir verzichten nicht nur auf PFAS, sondern auf über 430 potenziell schädliche Substanzen – im Einklang mit unserem Detox to Zero Commitment.

Denn echte Nachhaltigkeit bedeutet für uns: Verantwortung zu übernehmen, offen zu kommunizieren und Wege zu gehen, die Natur und Mensch langfristig schützen.

ROTAUF WISSEN

PFAS & Ihre Auswirkungen

PFAS sind spätestens seit 2023 in aller Munde. Aber was die Abkürzung PFAS genau bedeutet und was diese Chemikalien mit der Outdoorindustrie zu tun haben, wurde lange verschwiegen.

In unserem Blog-Artikel erfährst du mehr:

FAQ

Was sind PFAS?

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind künstlich hergestellte Chemikalien, die seit den späten 1940er-Jahren produziert werden. Sie bestehen aus besonders stabilen Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen. Zur PFAS-Gruppe gehören rund 10.000 verschiedene Stoffe.

Diese Stoffe sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und gleichzeitig sehr widerstandsfähig gegen Hitze und andere Chemikalien. Genau das macht sie für viele Produkte praktisch – aber auch gefährlich: PFAS zerfallen in der Umwelt kaum. Einmal freigesetzt, bleiben sie über Jahrzehnte bestehen und reichern sich immer weiter an.

PFAS haben bereits Böden, Flüsse, Seen und Grundwasser an vielen Orten verunreinigt. Von dort gelangen sie in die Luft, in die Nahrungskette und letztlich auch in den menschlichen Körper. Sie wieder zu entfernen ist technisch sehr schwierig und teuer.

Viele Branchen nutzen PFAS, zum Beispiel die Luft- und Raumfahrtindustrie, Textilhersteller, Elektronikfirmen sowie Hersteller von Haushaltsprodukten, Löschschäumen und medizinischen Artikeln.

Weshalb sind PFAS gefährlich?

PFAS sind gefährlich, weil sie extrem langlebig sind und sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern. Sie werden kaum abgebaut und können sich so über Jahre oder sogar Jahrzehnte in Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen ansammeln.

Einige PFAS stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Studien zeigen, dass sie:

  • die Leber und das Immunsystem beeinträchtigen können,
  • den Hormonhaushalt stören,
  • das Wachstum und die Entwicklung von Kindern beeinflussen und
  • bei längerer Belastung das Krebsrisiko erhöhen können.

Da PFAS überall verbreitet sind – in Luft, Wasser, Nahrung und Alltagsprodukten – ist es nahezu unmöglich, ihnen völlig auszuweichen. Ihre Entfernung aus der Umwelt ist zudem technisch sehr aufwendig und teuer. Deshalb gelten PFAS heute als eine der größten chemischen Umweltbelastungen weltweit.

Warum werden PFAS nicht verboten?

Obwohl längst bekannt ist, wie schädlich PFAS für Mensch und Umwelt sind, blockiert die Industrie ein schnelles Verbot. Viele Unternehmen behaupten, PFAS seien „unverzichtbar“, etwa in Hightech-Anwendungen, Medizinprodukten oder der Luftfahrt. Diese Argumente stimmen teilweise – doch in vielen Bereichen, etwa bei Outdoor-Bekleidung, Verpackungen oder Alltagsprodukten, gibt es bereits funktionierende Alternativen.

Trotzdem wird das Verbot immer wieder hinausgezögert, weil Konzerne Zeit gewinnen wollen, um ihre Produktion anzupassen und Gewinne zu sichern. Ausserdem ist die PFAS-Gruppe so gross, dass sich gesetzliche Regelungen kompliziert und langwierig gestalten – ein weiterer Vorteil für die Industrie.

Statt konsequent zu handeln, wird also über Ausnahmen und Übergangsfristen diskutiert, während PFAS sich weiter in der Umwelt ausbreiten.

Wie stellt ihr sicher, dass wirklich keine schädlichen Chemikalien in der gesamten Lieferkette verwendet werden?

Dank der von Greenpeace erstellten MRSL-Liste wissen wir genau, welche Chemikalien in der Textilindustrie problematisch sind. Auf dieser Basis wählen wir unsere Rohstoffe sorgfältig aus, führen Materialtests durch und haben bei einzelnen Produzenten sogar Abwassertests veranlasst.

Leider sind solche Tests sehr aufwendig und kostenintensiv. Wir bemühen uns daher, zeitnah alle neu verwendeten Materialien zu prüfen und, wenn möglich, weitere Abwassertests durchzuführen.

Wir produzieren ausschliesslich an Standorten mit strengen Abwassergesetzen. Zusätzlich verpflichtet unser Code of Conduct die Produzenten, keine verbotenen Substanzen einzusetzen. So stellen wir sicher, dass weder unsere Bekleidung noch das Abwasser mit schädlichen Chemikalien belastet wird.

Zur MRSL Liste & Tests

Ist eine PFAS freie Jacke ebenfalls zuverlässig wasserdicht?

Ja, unsere Jacken sind trotz Verzicht auf PFAS/PFC zuverlässig wasserdicht. Sie besitzen eine spezielle hydrophile Membran, die Nässe abhält. Das Gefühl von Feuchtigkeit entsteht manchmal, weil die Membran Feuchtigkeit anzieht, obwohl sie dicht bleibt.

So funktioniert die Membran:

Damit Schweiss nach aussen transportiert werden kann, braucht es einen Temperaturunterschied zwischen der Innen- und Aussenseite des Materials.
Alle atmungsaktiven Membranen basieren auf diesem Prinzip.

Im Unterschied zu einer mikroporösen Membran – die meist aus PTFE (einem potenziell schädlichen Kunststoff) besteht – kann unsere semipermeable Membran nicht verstopfen. Der Gasaustausch erfolgt nämlich nicht über winzige Poren, sondern die Feuchtigkeit wird von der gesamten Membran aufgenommen und wieder abgegeben.

In der kalten Jahreszeit und bei aktiver Bewegung, wenn der Körper Wärme produziert, funktionieren atmungsaktive Membranen besonders gut.

Im Sommer, bei starkem Regen, bieten beide Systeme weiterhin Schutz. Da jedoch von aussen Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen, stossen beide an ihre Grenzen. In solchen Situationen kann sich bei der semipermeablen Membran Feuchtigkeit auch leicht von aussen nach innen bewegen, wodurch sie tendenziell etwas im Nachteil ist.

Imprägnierung:

Unsere Jacken sind mit einer PFC-freien DWR-Imprägnierung ausgestattet. Diese unterstützt den Abperleffekt, nutzt sich aber mit der Zeit ab und sollte regelmässig erneuert werden.

Hier findest du die passende Pflegeanleitung für deine wasserdichten Kleidungsstücke:

Pflegeanleitung

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