Rotauf Blog
News und STories
ALLES RUND UM ROTAUF
Geschichten aus den Bergen, ehrliche Einblicke in lokale Produktion und Nachhaltigkeit – und alles, was gute Bergsportbekleidung ausmacht.
18. June 2026
TENCEL™ Lyocell – ehrlicher Nachhaltigkeits-Check
Im Zentrum dieses Beitrags steht Lyocell (TENCEL™) – eine Faser aus Holz, die oft als moderne Alternative zwischen Baumwolle und Polyester gesehen wird. Wir schauen ehrlich hin: Wie wird sie hergestellt, welche Rolle spielt Chemie im Prozess und wo liegen ihre echten Stärken und Grenzen? Ohne Fachjargon, ohne Schönfärberei – dafür mit dem Blick auf das, was wirklich zählt: Rohstoff, Herstellung und Wirkung in der Praxis.
Retail · 10. April 2026
ROTAUF x OF GOODS
Das Kaiserhaus in Bern öffnet seine Türen und zeigt mit OF GOODS wie die Zukunft des Handels aussieht - Und ROTAUF ist mittendrin. Erfahre in diesem Blog mehr über das Kaiserhaus und seine Geschichte und die Story hinter OF GOODS.
Produktion · 16. December 2025
Safety Reflector - Die Geschichte dahinter
Was uns zur Produktion des Fussgänger-Reflektors bewegt hat und wie ein finnischer Landwirt 1955 das Verhalten im Strassenverkehr nachhaltig verändert hat, erfährst du in diesem Blog-Beitrag.
Nachhaltigkeit · 01. October 2025
PFAS in den Schweizer Alpen
Wir wollten wissen, wie stark die Schweizer Alpen betroffen sind.Also haben wir an bekannten Naturschauplätzen und in Skigebieten Proben genommen.Das Ergebnis ist alarmierend: Alle Proben enthielten PFAS – die vom Matterhorn sogar in hoher Konzentration.
Nachhaltigkeit · 16. August 2025
BEACH TOWEL x WESETA
Vom Deadstock Garn unserer Baumwolle Hoodies zum exklusivem Badetuch. Wir waren zu Besuch im Glarnerland bei Weseta und durften live bei der Produktion dabei sein - erfahre mehr wies dazu kam und über die Geschichte der letzten Frottierweberei der Schweiz in diesem Beitrag.
Nachhaltigkeit · 01. May 2025
ELASTHAN
Wir decken auf, weshalb Elasthan für unsere Umwelt so problematisch ist und weshalb die Verwendung des in der Industrie beliebten Zusatzstoffs für uns nicht in Frage kommt.
11. June 2022
Funktion und Nachhaltigkeit von wasserdichten Membranen
Funktion und Nachhaltigkeit von wasserdichten Membranen Als Outdoorsportler bist du gerne und oft draussen unterwegs. Dazu brauchst du einen guten Wetterschutz. Diesen bieten dir Funktionsjacken, welche gleichzeitig wasserdicht und atmungsaktiv sind. Sie halten dich bei Regen trocken, lassen aber Wasserdampf aus der Jacke entweichen, welcher durch deine Bewegung entsteht. Funktionsjacken erhalten diese Eigenschaften durch ihre speziellen Stoffe, abgedichtete Nähte und wasserabweisende Imprägnierungen. Die wasserdichten, atmungsaktiven Stoffe einer Funktionsjacke werden Laminate genannt, denn sie bestehen aus mehreren, miteinander verbundenen Stoffschichten oder Lagen. Deshalb ist im Fachgeschäft auch oft von 2- oder 3-Lagen Jacken die Rede. In der verbreitetsten Form besteht ein Laminat aus drei Lagen. Aussenstoff, Membrane und Innenstoff. Membranen sind ultradünne Trennschichten, welche dafür sorgen, dass Wassermoleküle nicht in die Jacke gelangen, Wasserdampf jedoch entweichen kann. Dazu können verschiedene Technologien eingesetzt werden. Am häufigsten anzutreffen sind heute in der Outdoorindustrie so genannte mikroporöse Membranen. Mikroporöse Membranen Mikroporöse Membranen haben, wie der Name bereits vorwegnimmt, viele kleine Poren im Trägermaterial. Die Poren sind dabei so gestaltet, dass sie kleiner sind als ein Wassermolekül, aber grösser als ein Dampfmolekül. Sie erreichen so die gewünschte Wasserdichtigkeit bei gleichzeitiger Atmungsaktivität. Verbreitet und bekannt sind mikroporöse Membranen heute vor unter dem Markennamen GORE-TEX®. Als Grundmaterial für die mikroporösen GORE-TEX® Membranen dient der Kunststoff Polytetrafluorethylen, kurz PTFE. Umgangssprachlich wird PTFE oft mit dem Handelsnamen "Teflon" bezeichnet, da man den Kunststoff im Alltag vor allem von Antihaft-Bratpfannen kennt. PTFE ist extrem strapazierfähig, sehr reaktionsträge und es existieren nahezu keine Materialien, die an PTFE haften bleiben. Die Mikroporen erhält das PTFE durch gezieltes Strecken des Materials. Nach dem Streckprozess wird von expandiertem Polytetrafluorethylen, kurz ePTFE, gesprochen. Mikroporöse ePTFE Membranen funktionieren bei allen Bedingungen, sind hochatmungsaktiv und sehr robust. Den funktionalen Vorteilen des Materials stehen aber gewichtige ökologische und toxikologische Nachteile gegenüber. Problematische Herstellung und Entsorgung Denn einerseits erfordert die Produktion von ePTFE grosse Mengen an Energie und giftige Chemikalien. ePTFE gehört zur Stoffgruppe der PFAS. PFAS können von natürlichen Prozessen praktisch nicht abgebaut werden. Gelangen sie in die Umwelt, bleiben sie deshalb für sehr lange Zeit da und die Konzentration nimmt kontinuierlich zu. Mittlerweile können PFAS auch in Europa praktisch überall nachgewiesen werden, unter anderem im Trinkwasser. Von einigen PFAS ist zudem bekannt, dass sie auch beim Menschen zu gravierenden Gesundheitsschädigungen führen können. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu PFAS findest du in diesem Blogpost (Link). Andererseits ist die Entsorgung von ePTFE extrem schwierig. Polytetrafluorethylen kann bei der Entsorgung nur verbrannt werden. Dabei entsteht hochgiftige Flusssäure, die in den Verbrennungsanlagen neutralisiert werden muss. Viele Regenjacken landen aber nicht in unseren high-tech Kehrichtverbrennungsanlagen. Wegen ihrer Robustheit und der emotionalen Verbundenheit spenden viele Besitzer ihre "Hardshells" mit den besten Absichten als Altkleider. Sie gelangen so in Länder ohne geregelte Abfallentsorgung. Landen sie dort in einer Mülldeponie, bauen sich die ePTFE Membrane nicht ab. Werden sie irgendwann auf dem offenen Feuer verbrannt, gelangen die giftigen Substanzen direkt in die Umwelt oder werden eingeatmet. Das Einatmen von Flusssäuredämpfen verätzt die Lungen, führt zur Bildung von Lungenödemen und ist selbst bei geringen Konzentrationen in kurzer Zeit tödlich. Hydrophile Membrane ROTAUF verzichtet aus diesen Gründen komplett auf den Einsatz von ePTFE Membranen. Stattdessen setzen wir in unseren wasserdichten Jacken sogenannte hydrophile Membranen ein. Diese haben keine Poren wie mikroporöse Membranen, sondern sie leiten den Wasserdampf mit einem physikalisch-chemischen Prinzip nach aussen ab. Wasseranziehende Molekülketten in der Membran nehmen dabei den Schweiss auf und transportieren ihn nach aussen. Gleichzeitig lässt die hydrophile Membran von aussen weder Wasser noch Wind eindringen. Um optimal zu funktionieren brauchen hydrophile Membranen einen gewissen Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied zwischen der Innen- und Aussenseite der Jacke. Ist es ausserhalb und innerhalb der Jacke in etwa gleich warm und feucht, funktioniert der Feuchtigkeitstransport nur eingeschränkt. Im Extremfall, wo die Feuchtigkeit und Wärme ausserhalb der Jacke höher sind als im Jackeninnern, kann die Feuchtigkeit sogar in die falsche Richtung transportiert werden. So zum Beispiel bei einem Sommergewitter oder im tropischen Regenwald. Hydrophile Membranen sind typischerweise auch etwas weniger dampfdurchlässig und robust als mikroporöse ePTFE Membranen. Umweltfreundliche Herstellung Diese funktionalen Unterschiede zwischen mikroporösen und hydrophilen Membranen sind für den durchschnittlichen bis ambitionierten Outdoorsportler nicht relevant. Beide Technologien bieten dir einen bewährten, zuverlässigen und langlebigen Schutz vor den Elementen. Hydrophile Membrane können aber, im Gegensatz zu mikroporösen ePTFE Membranen, umweltfreundlich und kreislauffähig hergestellt werden. ROTAUF setzt in seinen Produkten die Laminate von Sympatex® ein. Das Deutsche Unternehmen hat sich ganz der Nachhaltigkeit seiner Produkte verschrieben und produziert Membranen auf Polyester-Basis. Diese brauchen für die Herstellung viel weniger Energie und kommen komplett ohne PFAS und andere giftige Chemikalien aus. Die Sympatex®-Membranen haben den weiteren Vorteil, dass alle drei Stoffschichten des Laminates aus dem gleichen Material hergestellt werden können, was die Rezyklierbarkeit erhöht. Sympatex® arbeitet zusammen mit Partnern daran, den textilen Kreislauf für Funktionsbekleidung bis 2030 flächendeckend zu schliessen und zu 100% zirkulär zu produzieren. In der Praxis ist übrigens die Imprägnierung eines Stoffes für einen hohen Klimakomfort einer Outdoorjacke mindestens ebenso wichtig wie die Membrane. Die im Fachjargon DWR-Ausrüstung (Durable Water Repellency) genannte Schutzschicht auf dem Aussenstoff sorgt dafür, dass Regentropfen abperlen und sie verhindert damit, dass sich der Stoff mit Wasser vollsaugt. Auch bei den DWR-Ausrüstungen gibt es aus Umweltsicht grosse Unterschiede. Diesen gehen wir dann im nächsten Blogpost auf den Grund.
11. June 2022
PFAS in der Outdoorindustrie
PFAS in der Outdoorindustrie Europäische Medien warnen in einer koordinierten Aktion eindringlich vor der Verschmutzung der Umwelt mit toxischen Chemikalien der Klasse PFAS. Die Sprache ist von "Jahrhundertgift", welches in ganz Europa bereits an tausenden Orten, unter anderem auch im Trinkwasser, nachgewiesen wurde (Tages-Anzeiger, NZZ, Blick, SRF). Was hinter der Abkürzung PFAS steckt und was diese Chemikalien mit der Outdoor-Industrie zu tun haben erfährst du in diesem Blog. Wir haben für dich Antworten auf einige der drängendsten Fragen zusammengetragen. *** Was sind PFAS? PFAS ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich dabei um künstlich hergestellte Substanzen, die hauptsächlich aus Kohlenstoff (C) und Fluor (F) bestehen. Aktuell sind mehr als 4'700 individuelle PFAS-Varianten von der OECD erfasst. Die EU-Kommission geht allerdings davon aus, dass es mehr als 10'000 Vertreter dieser Stoffgruppe gibt. Die einzelnen PFAS-Moleküle variieren stark in ihrer Form und ihren Eigenschaften. Gemeinsam haben alle, dass sie äusserst stabil sind. Was ist der Unterschied zwischen PFC und PFAS? PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. In der Fachliteratur wird mittlerweile überwiegend die Bezeichnung per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, verwendet. Die beiden Abkürzungen PFC und PFAS können grundsätzlich als Synonym verwendet werden. Weshalb sind PFAS problematisch? Das Hauptproblem der PFAS ist, dass sie von natürlichen Prozessen praktisch nicht abgebaut werden können. Weder Sonnenlicht noch Mikroorganismen können die chemische Verbindung zwischen Kohlenstoff und Fluor aufbrechen. Gelangen PFAS in die Umwelt bleiben sie deshalb da für sehr lange Zeit und die Konzentration nimmt kontinuierlich zu. Mittlerweile können PFAS auch in Europa praktisch überall nachgewiesen werden, unter anderem auch im Trinkwasser. Von einigen PFAS ist zudem bekannt, dass sie sie auch beim Menschen zu gravierenden Gesundheitsschädigungen führen können. Sind PFAS giftig? In der Regel sind PFAS nicht akut toxisch, aber von einigen Vertretern der Stoffgruppe ist bekannt, dass sie bei Menschen zu chronischen Belastungen führen können. PFAS können sich im Körper anreichern und die Leber, Niere oder Schilddrüse angreifen oder den Stoffwechsel beeinträchtigen. So können sie viele Funktionen im Körper beeinflussen. PFAS sind insgesamt noch wenig erforscht. Von den meisten PFAS ist schlicht nicht bekannt, welche Wirkung sie in der Umwelt oder im Körper haben, insbesondere auch langfristig. Wie nehmen Menschen PFAS auf? Hauptsächlich über Getränke und Lebensmittel. Das grösste Problem in Europa ist die Belastung des Trinkwassers. In welchen Produkten sind PFAS enthalten? Viele PFAS sorgen für glatte Oberflächen, an denen weder Wasser noch Fett oder Schmutz hängenbleiben. Sie stecken deshalb oft in wasser-, fett- und schmutzabweisenden Beschichtungen. Zum Beispiel in Pfannen, Backformen, Kabelummantelungen, Dichtungen, Medizinaltechnik und Lebensmittelverpackungen. PFAS kommen auch in Skiwachs, Velokettenöl, Schmierstoffen, Klebstoffen, Farben, Treib- oder Kältemitteln vor. Mit PFAS werden zudem viele Textilien imprägniert. Zum Beispiel Teppiche, Sofas, Vorhänge oder Outdoorbekleidung. Viele andere Produkte enthalten zwar direkt keine PFAS, werden aber mit deren Hilfe produziert, da sie in Industrieprozessen helfen, für eine saubere Umgebung zu sorgen. Wie gelangen PFAS in die Umwelt? Viele PFAS gelangen bei der Herstellung von Produkten über Fabrikschlote in die Luft der mit Industrieabwässern in die Flüsse. Kläranlagen halten sie nicht komplett auf. Auch beim Gebrauch lösen sich PFAS aus Produkten wie Skiwachs und Schmierstoffen, oder beim Waschen aus Textilien. Wie viele PFAS aus Kehrichtverbrennungsanlagen in die Luft abgegeben werden, wurde noch nicht systematisch untersucht. Wie werden PFAS in der Outdoorindustrie verwendet? In der Outdoor-Industrie kommen PFAS vor allem in wasserdichten Membranen und als wasser- und schmutzabweisende Imprägnierungen zum Einsatz. Gibt es Alternativen für diese Anwendungen? Sowohl für wasserdichte Membranen als auch für Imprägnierungen von Outdoorbekleidung gibt es mittlerweile gute, PFAS-freie Alternativen. Bei den Membranen haben sich als Alternative zu den PFAS-basierten ePTFE-Membranen vor allem mikroporöse Olefine (besser bekannt als Polypropylen) und hydrophile Membranen etabliert. Bei den Imprägnierungen gibt es gut funktionierende Alternativen auf Paraffin-, Silikon- und Dendrimer-Basis. Was macht ROTAUF? Getreu dem Vorsorgeprinzip verzichtet ROTAUF bereits seit 2013 komplett auf den Einsatz von PFAS, sowohl bei Membranen als auch bei Imprägnierungen. Denn wir wollen keine dauerhaften Spuren in der Natur hinterlassen, welche nicht vom nächsten Schneefall oder Regenguss wieder ausradiert werden können. Bei den wasserdichten Membranen setzen wir auf die Polyester-basierten, hydrophilen Membrane von Sympatex®. Bei den Imprägnierungen verwenden wir verschiedene, PFAS-freie Technologien, welche optimal auf das Trägermaterial abgestimmt werden. Was macht die Politik? Die EU möchte die Herstellung von PFAS einschränken. Während einer Übergangszeit sollen bekannte gefährliche Substanzen verboten oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Die Schweiz will die bisherigen Höchstwerte für die zwei bekanntesten schädlichen PFAS-Vertreter PFOA und PFOS überprüfen.
Funktionalität · 11. June 2022
Funktionalität von Merinowolle
Merinowolle bringt aus funktionaler Sicher sehr viele Vorteile und nur wenige Nachteile mit sich. Die Naturfaser bietet höchsten Tragekomfort und hat sehr gute isolierende, klimaregulierende und geruchsneutralisierende Eigenschaften, welche sie zur bevorzugten Wahl für Outdoorsportler macht. Merinowolle ist ein Wunder der Natur, welchem auch modernste Technik und Chemie nicht das Wasser reichen kann.
Merino · 11. June 2022
Nachhaltigkeit von Merinowolle
Den unbestrittenen funktionalen und ökologischen Vorteilen von Merinowolle stehen eine Reihe ökologischer Nachteile und tierquälerische Methoden gegenüber. Während wir durch den Einsatz von Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung und umweltfreundliche Ausrüstungs- und Färbeverfahren viele dieser Nachteile in den Griff bekommen können, bleiben insbesondere in Bezug auf die schlechte Klimabilanz von Merinowolle und die langen Transportdistanzen noch einige zentrale Herausforderungen bestehen.